
Ena: Als ich klein war konnte ich Katharina noch nicht aussprechen. So habe ich, wenn ich nach meinem Namen gefragt wurde immer geantwortet „Ich heiße Ena.“ Das ist mir bis heute geblieben.
„Wie bist Du zum Snowboarden gekommen?“
Ena: Seit ich zweieinhalb Jahre alt bin war ich auf Skiern unterwegs. Mit 14 war ich schon begeisterte Windsurferin und habe dann in einem Windsurfmagazin die ersten Fotos von Snowboardern entdeckt. Eins war klar: das muss ich unbedingt probieren!
Seit dem war ich noch drei mal Skifahren und Viel, viel Snowboarden!
„Wie hast Du Deine sportliche Karriere mit einem Universitätsstudium unter einen Hut bringen können?“
Ena: Das war nicht immer einfach. Für Dinge neben dem Sport oder der Uni blieb kaum Zeit. Diese zweigleisige Schiene hat mich aber sowohl fürs Snowboarden als auch für das Studium zusätzlich motiviert. Nach einem Winter im Schnee habe ich mich mit Elan ins Studium reingekniet. Nach vielen Prüfungen im Sommer –ich musste ja vom Winter einiges nachholen- habe ich mich total darauf gefreut im nächsten Winter wieder beim Snowboarden richtig Gas zu geben.
„Wieso hast Du 2002 Deine Alpinkarriere, d.h. die Disziplinen Giant Slalom und Duel Slalom, an den Nagel gehängt?“
Ena: Nach meiner Teilnahme bei den olympischen Spielen in Salt Lake City hatte ich in den alpinen Disziplinen GS und DU für mich alles erreicht. Außerdem wollte ich beim Snowboarden mehr zum Freeriden kommen.
Natürlich gab es noch einige andere Dinge, die in den vielen Jahren im Leistungsport und gleichzeitiger Ausbildung zu kurz gekommen sind. Ich wollte mehr Zeit mit meinen Freunden in München verbringen. Außerdem musste ich ja noch mein Studium beenden und meine Diplomarbeit schreiben. Zu meinem Studiumsabschluss wollte ich eine größere Reise machen. Auch auf beruflicher Ebene musste ich mich zunächst orientieren. Für Praktika oder Berufserfahrung neben dem Snowboarden war früher nie Zeit gewesen. Das habe ich dann erst mal alles nachgeholt.
„Wie bist Du schließlich auf die Idee gekommen im Boardercross wieder voll einzusteigen?“
Ena: Der Gedanke mich rein auf Boardercross zu spezialisieren reizt mich schon lange. Das tolle am Boardercross ist, dass Vielseitigkeit mit allen Aspekten des Snowboardens - Freestyle, Freeriden und Alpin - gefragt ist. Nachdem ich in allen Disziplinen schon an den Start gegangen bin kam mir das immer sehr entgegen. Ich bin auch in den letzten Jahren immer wieder bei ein paar Snowboard Contests an den Start gegangen, wie z.B. den X-Games, der Jeep King of the Mountain Serie in USA, Banked Slaloms und den Deutschen Meisterschaften. Dort habe ich, ohne mit dem im Spitzensport nötigen Umfang zu trainieren, dennoch gute Leistungen erzielt. Auch neben meiner Arbeit in der Sportsponsoring-Abteilung der HypoVereinsbank habe ich so viel Zeit wie möglich auf dem Snowboard verbracht. Das Snowboarden macht mir einfach immer noch einen wahnsinnigen Spaß. Da fand ich die Möglichkeit meine sportliche Leidenschaft wieder intensiver auszuleben sehr reizvoll.
Mittlerweile bin ich beruflich schon etwas etabliert. In einer PR & Media Agentur bewältige und gestalte ich mit drei Partnern gemeinsam die anstehenden Aufgaben für unsere Kunden aus der Sportartikelbranche. Da sich diese berufliche Tätigkeit sehr gut mit meinem Leistungssport verbinden lässt, kann ich jetzt an das Snowboarden, trotz der wieder notwendigen höheren Intensität und des größeren Umfangs des Trainings, mit der nötigen Gelassenheit und Ausgeglichenheit rangehen.
„Ist Dir der Wiedereinstieg in den sportlichen Trainingsalltag leicht gefallen?“
Ena: Mir war klar, dass ich, um den Anschluss an die meist jüngeren Fahrerinnen wieder zu finden, härter trainieren müsse als früher. Mir hat es aber echt Spaß gemacht meinen Körper wieder in Hochform zu bringen. Zumal man, wenn man früher schon mal trainiert war, auch schnell wieder seine Erfolgserlebnisse hat. Natürlich gab es auch kleine Rückschläge, kleine Verletzungen etc. Da haben mir meine viele Erfahrung im Sport, aber auch neugewonnene Ansichten aus der letzten Zeit ohne Leistungsport sehr geholfen damit umzugehen.
Ich genieße es den Sport nun aus einem doch etwas verändertem Blickwinkel anzugehen. Es ist besonders schön die vielen Erfahrungen im Team an die jüngeren weiterzugeben, die noch nicht so lange dabei sind wie ich. Außerdem sind die tollen Trainingsbedingungen im Snowboard Verband Deutschland eine zusätzlicher Ansporn für mich. Die vielfältigen Trainingsformen im Sommer und auch im Schnee sowie das Zusammensein mit dem jungen Team, bringen viel Abwechslung und Freude.









