
an einem Tisch mit Alfred Biolek...
An einem Tisch mit Alfred Biolek und Dr. Wolfgang Schäuble Katharina "Ena" Himmler am 29.05.2006 - 12:30 Uhr
Eines haben fast alle Sportler gemeinsam: Nach dem Ende ihrer sportlichen Karriere müssen sie sich beruflich komplett neu orientieren und sich auf dem Arbeitsmarkt gegenüber Gleichaltrigen mit langjähriger „klassischer“ Berufserfahrung behaupten.
Ein Gespräch zu dieser Problematik mit Christian Schenk bei den Olympischen Spielen im Deutschen Haus brachte mich zum 6. „Elite Forum“ der Deutschen Sporthilfe im wunderschönen Gut Liebenberg bei Berlin. Der Olympiasieger im Zehnkampf ist Organisator dieses Seminars, das deutschen Top-Sportlern die Möglichkeit bietet einen ungewöhnlichen Einblick in andere Bereiche der Gesellschaft zu gewinnen.
Das Aufgebot an Referenten aus Wirtschaft, Politik und Kultur war beeindruckend und wäre in der freien Wirtschaft wohl unbezahlbar. Neben der Frage „wie rüste ich mich für die Zeit nach dem Sport?“ entstanden zum Teil hitzige Diskussionen über die soziale Verantwortung der Wirtschaft, die Rolle des Sports in der Gesellschaft, den Einfluss der Medien auf den Sport und über moderne Kunst. Dabei gingen meist nicht die guten Fragen der Sportler an eingeladene Gäste wie Hilmar Kopper - ehemaliger Vorstandssprecher der Deutschen Bank - aus, sondern leider die Zeit.
Viel Zeit mitgebracht hatte Alfred Biolek. Mit seiner gesellschaftlichen, unterhaltsamen Art sowie seiner Botschaft und zugleich persönlichem Erfolgsrezept „nicht tun, was ‚man’ tut“ hat sich mir der „Menschenexperte“ besonders eingeprägt. Wolfgang Schäuble überraschte mit seiner Lockerheit und seinen amüsanten Metaphern vom Bundestag als sportlichem Wettkampf. Viel Offenheit brachte uns auch Theo Koll, Moderator von Frontal 21, bei unserer Führung durch das ZDF Hauptstadt Studio in Berlin entgegen.
Einzigartig waren nicht nur diese Begegnungen, sondern vor allem auch die Stimmung unter den 24 Sportlern aus 15 verschiedenen Sportarten, die über 40 Titel bei Weltmeisterschaften oder olympischen Spielen innehalten. Es machte eines deutlich. Die meisten Sportler haben noch etwas gemeinsam: Sehr, sehr viel Leidenschaft und die nötige Verrücktheit sich mit so viel Energie und Einsatz einer Sache zu widmen.
Nichts könnte dies besser unterstreichen als die gemeinsame Widmung der Seminarteilnehmer ins Seminarbuch:
„There are a lot of things that capture your mind, but only a few that capture your heart: pursue those!“